Amandas Nadel im Interview – u.a. über das am 12.06.2015 erscheinende Album Sticht

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Amandas Nadel hat mir in einem Interview einige Fragen zu seinem am 12. Juni 2015 erscheinenden Album Sticht beantwortet und auch einen Einblick rund um seine Musik gewährt.

 

Amandas, wie sieht die momentane Situation aus? Wer übernimmt in Deiner Band welche Aufgaben? In welcher Formation tretet ihr live auf? Du suchst ja momentan noch einen neuen Drummer.

Na, soweit alles im grünen Bereich. Ich habe soeben einen Bookingvertrag unterschrieben und warte jetzt hoffnungsvoll auf Ergebnisse. Ja, das Schlagzeuger-Thema ist jetzt kein allzu großes. Fest steht: Es wird jemand bei den Konzerten Schlagzeug spielen.

Wie würdest Du Deine Musik beschreiben?

Ich nenne es mal eine gesunde Mischung aus Neuer Deutscher Härte, Metal und Deutschrock. Dazu eine gesunde Prise Sarkasmus, Emotionen, Philosophie und Humor – das ganze in einen Mixer. Fest shreddern und was rauskommt ist so ca. das was ich mache

Wie bist du auf den Namen Amandas Nadel gekommen? Hat der Name eine bestimmte Bedeutung für dich?

Das war eine Blitzeingebung, sozusagen. Aber da ist viel drin, was man interpretieren kann. Die Nadel ist für mich ein faszinierendes Objekt. Die Chineses haben ihren Gebrauch in Medizin, Kampfkunst und Militär-Strategie perfektioniert. Man denke an Akkupunktur, oder Sun Zu´s Strategie der tausend Nadelstiche (Guerilla-Krieg). Die Nadel ist per se nicht besonders gefährlich, aber sie kann einem das Leben ziemlich unangenehm machen, wenn sie Dein Gegner ist. Klein, aber unerbittlich und kaum zu bändigen.

Wie hast Du es geschafft einen Sarg für das Video zu „Vampir“ zu organisieren?

Das ist ganz Claudia (Claudia MusicFairy Rossner-Poniz) zu verdanken, die zufällig einen Bekannten hat, der einen Sarg hatte. Wie der an Ihn gekommen ist entzieht sich meiner Kenntnis.

Was für eine Atmosphäre hat beim Videodreh zu „Vampir“ geherrscht? War die Stimmung im Gegenwart und Angesichts eines Sarges irgendwie besonders? Was für Gedanken sind dir persönlich durch den Kopf gegangen, als du dich mit dem Gebilde der letzten Ruhestätte eines Menschen konfrontieren mußtest?

Beim Dreh ist das eine ganz normale Requisite. Klar hats was gruseliges, aber im Eifer des Drehs denkt man nicht nach. Schräg war eher die Beschaffungsaktion, als Thomas (mein Basist) und ich am späten Abend ins Waldviertel (Niederösterreich) gefahren sind um auf einem verlassenen Parkplatz bei Mondenschein und Eiseskälte den Sarg von Serge (der heisst tatsächlich so – ich habe in einem meinem Handy unter „Serge – Sarg“ eingespeichert :-D) zu übernehmen und damit quer durch die Einöde zurück nach Wien fuhren 😀
DAS war schräg. 😀

Am 24. April 2015 erscheint die zweite Singlevorauskopplung aus deinem Debütalbum. Worum geht es in „Der schwarze Mann“?

Der Song ist thematisch vom Kinderspiel „Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann“ abgeleitet. Es geht um den Tod. Das Kinderspiel stammt ursprünglich aus der Zeit der Pest-Epidemien und handelt vom „Schwarzen Tod“, wie die Pest im Volksmund genannt wurde; hat also mit unseren stark pigmentierten Mitbürgern genau NULL zu tun. Das sag ich nur, weils immer ein paar uninformierte Berufsechauffierte gibt, die da gleich wieder Rassismus verorten wollen.

Warum hast du das am 12. Juni 2015 erscheinende Album „Sticht“ genannt? Gibt es eine Aussage oder Botschaft, die du mit diesem Werk in die Welt hinaus transportieren willst?

Einerseits ist es ein Wortspiel „Amandas Nadel sticht“ – selbsterklärend. Der Tenor der Songs liegt halt auf Dingen, die im Herzen stechen. Dinge, die weh tun. Das Leben an sich tut oft einfach weh – ist kompliziert etc. etc.

Du hast die Texte auf „Sticht“ geschrieben. Woher nimmst du die Muße und Inspiration für das Songwriting? Gibt es bestimmte Situationen oder Stimmungen, in denen du besonders kreativ bist? Verarbeitest du eigene Erlebnisse in den Songs oder haben die Texte einen anderen Hintergrund?

Das ist ganz unterschiedlich. Einiges ist Verarbeitung von selbst Erlebtem. Einiges inspiriert von Dingen, die ich einfach beobachte. Das kann das Leben anderer sein, das können Filme, Bücher etc. sein. Ja, auch Songs von anderen Bands und Musikern inspirieren mich oft ein Thema aufzugreifen und es zu verarbeiten.

Die Texte der Songs auf Sticht haben aus meiner Sicht teilweise unterschiedlichen Charakter. Zum einem geht es um düstere Themen („Vampir“, „Der schwarze Mann“) und dann sind es doch auch sehr gefühlvolle Themen. In einigen Songs geht es auch um Liebe oder Liebeskummer.(„Mein Herz sagt“, „Hej, danke“).Was hat dich veranlasst, das Album so zu gestalten?

„Sticht“ ist kein Konzeptalbum das von vorne bis hinten durchkonzipiert ist. Der rote Faden der sich durchzieht ist eher, daß der Tenor, wie gesagt auf Dingen liegt, die uns ein bisschen Quälen – sprich „im Herzen stechen“.

Mir persönlich gefällt der Song „Männertränen“ auf „Sticht“ am besten. Was willst du vor allem mit folgender Textpassage aussagen? „Männertränen sieht man nicht/ Männer weinen mit den Fäusten/ stark zu sein ist ihre Pflicht/ Tränen kann Mann sich nicht leisten“ Wie stehst du persönlich zu der weit verbreitenden Ansicht in unserer Gesellschaft , dass Männer keine Gefühle zeigen sollten und auch nicht weinen dürften ?

Das is ein sehr ambivalentes Thema. Nimm z.B. eine Männerunde her, die gemeinsam ihr Bier trinkt. Da wird nicht über Gefühle geredet, weil Männer untereinander immer in einem gewissen Wettstreit stehen. Das typische „Wer ist das Alpha-Männchen“-Gehabe halt.
Andererseits wünschen sich Frauen gefühlvolle Männer, ärgern sich aber dann wenn er es ist, dass sie ein Weichei zuhause haben. Die meisten Frauen stehen aber – Ausnahmen bestätigen nur die Regel – auf den Checker-Typ. Witzige, spritzige Männer, die ihr Leben im Griff haben und keine Heulsusen sind. Emotion wird bei Männern leider immer schnell mit Schwäche gleichgesetzt. Und vieles davon wird schon in der Erziehung grundangelegt.
Aber was soll ich sagen? Jeder sieht das anders.
Fest steht, dass die Leidtragenden die Männer selbst sind, denn sie haben sehr wohl tiefe Gefühle, auch wenn sie sie nicht zeigen (wollen/können) und bleiben damit meistens allein und leiden im Stillen.

Zum Ende von „Grinsekatze“ miaut eine Katze. Wie bist du auf den Gedanken gekommen so etwas in den Track einzubauen?

Naja, ich dachte eigentlich, dass die Verbindung von Grinsekatze und „Miauen“ durchaus selbsterklärend ist …Die Grinsekatze miaut nunmal.

Wie bist du zu deinem Label Echozone gekommen? Was gefällt dir ganz besonders gut an deiner Plattenfirma?

Ach Du, ich hab mich an einige Labels gewendet und mit Echozone hats einfach am einfachsten geklappt. Das gegenseitige Interesse miteinander zu arbeiten war am größten. Da war die Entscheidung leicht.

Auf deiner HP steht, dass am 03. Juli 2015 beim Metal Attack Festival in Bremen ein Auftritt ansteht. Was bedeutet es für dich, da auftreten zu können? Da könnte sich ja Amandas Nadel einem größeren Publikum präsentieren. Auf was können die Fans in Bremen ganz besonders gespannt sein?

Das wird noch entfernt. Das sog. „Metal Attack Festival“ ist abgesagt.

Wo und wann kann man euch noch live erleben?

Das wird bald auf Facebook und auf www.amandasnadel.com veröffentlicht werden.

Willst du zum Schluß noch etwas sagen?

Vielen Dank fürs Reinlesen, liebe Leute! Hört rein! Wenns Euch gefällt, dann kauft das Album! Ihr unterstützt damit nicht nur den Versuch die Produktionskosten zu decken, sondern eigentlich die gesamte Szene. Denn ohne Eure Unterstützung gibt es Eure Lieblingsbands nicht.

Alles weitere entnehmt ihr http://www.facebook.com/amandasnadel oder http://www.amandasnadel.com oder findet mich auf youtube →

https://www.youtube.com/user/AMANDASNADEL

Cheerio!

 

Danke, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast.

 

Amandas Nadel - Sticht - CD Cover-001

01 Grinsekatze
02 Vampir
03 Mein Herz sagt
04 Hej, danke
05 Die Wahrheit
06 Von Ewigkeit zu Ewigkeit
07 Männertränen
08 Wie Du willst
09 Der schwarze Mann
10 Sehnsucht
11 Vampir (DanceRemix)
12 Der schwarze Mann (DanceRemix)
13 Fritz die Maus